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Wege zu Fachhochschulreife und
Abitur! Viel mehr studierte Fachkräfte brauche unser Land, sagen die Experten. Nun gut: Wer studieren will, muss das Abi haben — und das Abitur macht man seit jeher an einem Gymnasium! Oder? So ganz falsch ist dieser Satz nicht, allerdings auch höchstens halb richtig. Doch was ist die andere Hälfte der Wahrheit?
Die andere Hälfte der Wahrheit ist: › Wer studieren will, benötigt gar nicht unbedingt das Abitur. Ein Studium an Fachhochschulen setzt lediglich die Fachhochschulreife voraus. Und die erlangt man an einer Fachoberschule, die mit dem Realschulabschluss besucht werden darf. Übrigens: Fachhochschulen bieten heute ein breites Spektrum an Studiengängen an, meistens in Form so genannter Bachelor-Studiengänge, an die man anschließend noch ein universitäres "Master-Studium" hängen kann. Ein durchaus ausbaufähiger Weg also! › Wer allerdings von vorneherein ein Universitätsstudium anstrebt, benötigt tatsächlich das Abitur. Aber auch das kann man nicht nur an 'normalen' Gymnasien oder Gesamtschulen machen. Auch an vielen Berufsbildenden Schulen existieren gymnasiale Oberstufen, hier "Fachgymnasien" genannt. Auf ein Fachgymnasium wechseln kann man mit dem Erweiterten Sekundarabschluss I bzw. nach Klasse 9 oder Klasse 10 eines Gymnasiums. Kompliziert? Stimmt, deshalb hier noch einmal in Kurzform: › Realschulabschluss › Besuch der Fachoberschule › Abschluss mit Fachhochschulreife › Studium an Fachhochschule! › Erweiterter Sekundarabschluss I bzw. Versetzung in Klasse 9 oder 10 eines Gymnasiums › Besuch des Fachgymnasiums › Abschluss mit Abitur › Studium an Fachhochschule oder Universität! Für wen ist der Wechsel auf Fachoberschule oder Fachgymnasium interessant? Grundsätzlich sind Fachoberschulen und Fachgymnasien für Schüler interessant, die beim Lernen gerne einen klaren Bezug zwischen Theorie und Praxis entdecken. Die Profilfächer ermöglichen diesen Bezug — an der Herman-Nohl-Schule entweder im Bereich Sozialpädagogik oder Gesundheit-Pflege. Realschulabsolventen wissen, dass Sie mit der Fachhochschulreife nicht nur den Schlüssel zu anspruchsvollen Berufsausbildungen in der Hand halten, sondern eben auch zu einem Fachhochschulstudium. Realschulabsolventen mit dem Erweiterten Sekundarabschluss I, die das Abitur anstreben, wird interessieren, dass Sie zwar auch auf ein traditionelles Gymnasium wechseln können, dort aber die Klasse 10 wiederholen müssen. An einem Fachgymnasium dagegen geht es gleich mit Klasse 11 weiter. Unterm Strich kommen zwar hier wie dort drei Jahre heraus, im zweiten Fall aber ohne stigmatisierende "Extra-Runde". Für Schüler allgemeinbildender Gymnasien ist ein Wechsel aufs Fachgymnasium (möglich nach Klasse 9 oder Klasse 10) besonders deshalb erwägenswert, weil die Oberstufe an berufsbildenden Schulen auch weiterhin dreijährig bleibt, also weiterhin die Jahrgänge 11 bis 13 umfasst. Wichtig: Das Abitur an Fachgymnasien ist zwar stressfreier, doch kriegt man es auch nicht geschenkt — dafür ist es aber auch ein echtes Abitur, das ein Universitätsstudium jeder Fachrichtung erlaubt.
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