Bildungswege:  
  › Fachoberschule und Fachgymnasium Gesundheit und Soziales
› Berufsoberschule Sozialwesen
 
 

Wege zu Fachhochschulreife und Abitur!
Mit Fachoberschulen und Fachgymnasien bieten Berufsbildende Schulen Realschulabsolventen und Gymnasiasten alternative Zugänge zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten. An der Herman-Nohl-Schule existieren beide Schulformen, und zwar jeweils mit den Schwerpunkten Sozialpädagogik und Gesundheit-Pflege. Und wer bereits über die Fachhochschulreife sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, kommt über die Berufsoberschule Sozialwesen zum Abitur.

Viel mehr studierte Fachkräfte brauche unser Land, sagen die Experten. Nun gut: Wer studieren will, muss das Abi haben — und das Abitur macht man seit jeher an einem Gymnasium! Oder? So ganz falsch ist dieser Satz nicht, allerdings auch höchstens halb richtig. Doch was ist die andere Hälfte der Wahrheit?

 

› Realschulabschluss? Dann auf die Fachoberschule und dort in zwei Jahren (Klassen 11 + 12) zur Fachhochschulreife; wer bereits über eine Berufsausbildung verfügt, kann u.U. gleich in Klasse 12 aufgenommen werden.
› Erweiterter Sekundarabschluss I? Dann aufs Fachgymnasium und dort in drei (!) Jahren zum Abitur.
› Sie haben bereits die Fachhochschulreife sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung? Dann über die einjährige Berufsoberschule zur fachgebundenen oder (mit 2. Fremdsprache) allgemeinen Hochschulreife.

 
   
 
Vom allgemeinbildenden Gymnasium aufs Fachgymnasium: Das geht jetzt schon nach Klasse 9 (Versetzung natürlich vorausgesetzt). Wer sich etwas stressfreier zum Abitur hocharbeiten will, kann auch noch nach Klasse 10 wechseln; dann allerdings darf die Klasse 11 (Einführungsphase) nicht wiederholt werden.  
   

Die andere Hälfte der Wahrheit ist:

› Wer studieren will, benötigt gar nicht unbedingt das Abitur. Ein Studium an Fachhochschulen setzt lediglich die Fachhochschulreife voraus. Und die erlangt man an einer Fachoberschule, die mit dem Realschulabschluss besucht werden darf. Übrigens: Fachhochschulen bieten heute ein breites Spektrum an Studiengängen an, meistens in Form so genannter Bachelor-Studiengänge, an die man anschließend noch ein universitäres "Master-Studium" hängen kann. Ein durchaus ausbaufähiger Weg also!

› Wer allerdings von vorneherein ein Universitätsstudium anstrebt, benötigt tatsächlich das Abitur. Aber auch das kann man nicht nur an 'normalen' Gymnasien oder Gesamtschulen machen. Auch an vielen Berufsbildenden Schulen existieren gymnasiale Oberstufen, hier "Fachgymnasien" genannt. Auf ein Fachgymnasium wechseln kann man mit dem Erweiterten Sekundarabschluss I bzw. nach Klasse 9 oder Klasse 10 eines Gymnasiums.

Kompliziert? Stimmt, deshalb hier noch einmal in Kurzform:

› Realschulabschluss › Besuch der Fachoberschule › Abschluss mit Fachhochschulreife › Studium an Fachhochschule!

› Erweiterter Sekundarabschluss I bzw. Versetzung in Klasse 9 oder 10 eines Gymnasiums › Besuch des Fachgymnasiums › Abschluss mit Abitur › Studium an Fachhochschule oder Universität!

Für wen ist der Wechsel auf Fachoberschule oder Fachgymnasium interessant?

Grundsätzlich sind Fachoberschulen und Fachgymnasien für Schüler interessant, die beim Lernen gerne einen klaren Bezug zwischen Theorie und Praxis entdecken. Die Profilfächer ermöglichen diesen Bezug — an der Herman-Nohl-Schule entweder im Bereich Sozialpädagogik oder Gesundheit-Pflege.

Realschulabsolventen wissen, dass Sie mit der Fachhochschulreife nicht nur den Schlüssel zu anspruchsvollen Berufsausbildungen in der Hand halten, sondern eben auch zu einem Fachhochschulstudium.

Realschulabsolventen mit dem Erweiterten Sekundarabschluss I, die das Abitur anstreben, wird interessieren, dass Sie zwar auch auf ein traditionelles Gymnasium wechseln können, dort aber die Klasse 10 wiederholen müssen. An einem Fachgymnasium dagegen geht es gleich mit Klasse 11 weiter. Unterm Strich kommen zwar hier wie dort drei Jahre heraus, im zweiten Fall aber ohne stigmatisierende "Extra-Runde".

Für Schüler allgemeinbildender Gymnasien ist ein Wechsel aufs Fachgymnasium (möglich nach Klasse 9 oder Klasse 10) besonders deshalb erwägenswert, weil die Oberstufe an berufsbildenden Schulen auch weiterhin dreijährig bleibt, also weiterhin die Jahrgänge 11 bis 13 umfasst. Wichtig: Das Abitur an Fachgymnasien ist zwar stressfreier, doch kriegt man es auch nicht geschenkt — dafür ist es aber auch ein echtes Abitur, das ein Universitätsstudium jeder Fachrichtung erlaubt.

Weitere Informationen:
Fachoberschule Gesundheit und Soziales
Fachgymnasium Gesundheit und Soziales
PDF-Info "Fachgymnasium Gesundheit und Soziales"
Berufsoberschule Sozialwesen