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Reiseeindrücke von Claudio und Marcel

Claudio und Marcel stecken gerade eine Ausbildung zum Erzieher. Zusammen dürfen sie in Gallneukirchen/ Österreich ihr Praktikum in der „Martin-Boos-Schule“ absolvieren.

Highlights der 1. Woche

Die erste Woche unseres Auslandspraxisblocks begann am Samstag, dem 28.02, mit der Anreise nach Linz. Die Fahrt dauerte etwa acht Stunden. Am frühen Abend, gegen 18 bis 19 Uhr, kamen wir schließlich in Linz an und erhielten den Schlüssel für unsere Wohnung. Nachdem uns die wichtigsten Dinge zur Unterkunft gezeigt wurden, packten wir zunächst unsere Sachen aus. Anschließend nutzten wir den Abend, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu gewinnen und Linz ein wenig zu erkunden.

Am Montagvormittag gingen wir zunächst zum Rathaus, um uns dort offiziell anzumelden, da wir uns für eine längere Zeit in Linz aufhalten. Anschließend meldeten wir uns in einem Fitnessstudio an. Auch dabei konnten wir weitere Teile der Stadt kennenlernen. Um 11:40 Uhr begann dann unser erster Arbeitstag im Diakoniewerk in Gallneukirchen, ungefähr 15 Minuten außerhalb von Linz.

Die Arbeit dort war für uns zunächst ungewohnt, da wir bisher hauptsächlich Erfahrungen im Kindergarten sowie in der Jugendhilfe gesammelt hatten. In Linz arbeiten wir mit Jugendlichen beziehungsweise Kindern mit einem höheren bzw. speziellen Förderbedarf. Dadurch unterscheiden sich sowohl die Aufgaben als auch das Arbeitstempo und der Tagesrhythmus deutlich von unseren bisherigen Praxiserfahrungen. Zu Beginn mussten wir uns daher erst an die neuen Abläufe gewöhnen.

Im Laufe der Woche lernten wir nach und nach die grundlegenden Aufgaben in der Gruppe kennen. Dazu gehörte beispielsweise, die Kinder und Jugendlichen im Alltag zu begleiten, beim Essen zu unterstützen oder mit ihnen zu spielen. Außerdem gingen wir gemeinsam spazieren oder verbrachten Zeit im Garten der Einrichtung. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort waren sehr freundlich und unterstützten uns bei Fragen jederzeit. Sie erklärten uns die Abläufe und übertrugen uns nach und nach kleinere Aufgaben, sodass wir im Laufe der Woche immer besser in den Arbeitsrhythmus hineinfinden konnten.

Eine besondere Erfahrung waren außerdem der Donnerstag und der Freitag. An diesen beiden Tagen hatten wir vormittags die Möglichkeit, zusätzlich einen Einblick in den schulischen Alltag zu bekommen. Dafür begleiteten wir zum einen eine Regelklasse mit Integrationskindern und zum anderen eine sogenannte S-Klasse mit Kindern mit besonderem Förderbedarf. Dadurch konnten wir eine weitere Perspektive auf die pädagogische Arbeit kennenlernen.

Vor allem in den S-Klassen fiel uns auf, dass sehr individuell auf die einzelnen Kinder eingegangen wird und der Unterricht stärker an deren Bedürfnisse angepasst ist. Neben der Lautsprache wird dort beispielsweise auch Gebärdensprache eingesetzt, etwa im Morgenkreis. Außerdem spielen feste Rituale eine besonders wichtige Rolle, da sie den Kindern Struktur und Orientierung im Alltag geben.

Auch außerhalb der Arbeit nutzten wir unsere Zeit in Linz, um die Stadt besser kennenzulernen. Wir gingen regelmäßig ins Fitnessstudio und kochten häufig selbst in unserer Wohnung. Außerdem besuchten wir verschiedene Restaurants und Geschäfte, unter anderem in einem Einkaufszentrum, das sich direkt unter unserer Wohnung befindet. Am Wochenende schauten wir uns auch das Nachtleben von Linz etwas genauer an. Nach der ersten arbeitsreichen Woche nahmen wir uns aber auch bewusst Zeit, um uns auszuruhen und die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Insgesamt war die erste Woche sehr abwechslungsreich und von vielen neuen Erfahrungen geprägt. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit höherem Förderbedarf sowie die Einblicke in den schulischen Alltag waren für uns sehr interessant und lehrreich. Mit der Zeit gewöhnten wir uns immer besser an die neuen Abläufe und konnten uns zunehmend aktiv in den Arbeitsalltag einbringen.

Wir blicken positiv den kommenden Wochen entgegen!

Highlights der 2. Woche

In der zweiten Woche unseres Aufenthalts in Linz konnten wir unsere Eindrücke weiter vertiefen und sowohl beruflich als auch privat viele neue Erfahrungen sammeln.

In unserer Freizeit waren wir erneut viel in der Stadt unterwegs und haben weitere Orte erkundet. Unter anderem besuchten wir die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt am Pfarrplatz, in dessen Nähe sich ein Café-Restaurant befindet, das auf unserem täglichen Weg zum Fitnessstudio liegt. Zudem hielten wir uns erneut am Hauptplatz Linz auf, wo wir durch verschiedene Geschäfte schlenderten und uns das vielfältige Angebot anschauten.

Auch in der Einrichtung konnten wir uns weiterentwickeln. Der Tagesablauf wurde für uns zunehmend vertrauter, sodass wir immer besser zurechtkamen und nach und nach mehr Aufgaben eigenständig übernehmen konnten. Dies ermöglichte uns, aktiver am Geschehen teilzunehmen und Verantwortung im Alltag zu übernehmen.

Durch das überwiegend gute Wetter verbrachten wir viel Zeit mit den Kindern im Außenbereich. Dabei standen Bewegung und gemeinsame Aktivitäten im Vordergrund. Wir unternahmen Spaziergänge und erkundeten die Umgebung rund um Gallneukirchen. Ein besonderes Highlight war der Besuch eines Motorikparks, der den Kindern vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bot.

Zusätzlich nutzten wir gezielt verschiedene Räume innerhalb der Einrichtung, wie beispielsweise den Snoezelraum. Dieser bot die Möglichkeit, Kinder in kleineren Gruppen gezielt Ruhephasen abseits des Gruppengeschehens zu ermöglichen.

Insgesamt konnten wir unseren Arbeitsalltag in dieser Woche deutlich selbstständiger gestalten und weitere wertvolle pädagogische Erfahrungen sammeln.

Highlights der 3. Woche

In der dritten Woche unseres Praktikums konnten wir erneut viele positive und lehrreiche Erfahrungen sammeln.

Wir wurden abwechselnd in andere Gruppen eingeteilt. Dadurch erhielten wir neue Einblicke in weitere Arbeitsweisen, Teamstrukturen und organisatorische Abläufe. Dies half uns, den täglichen Rhythmus sowie die verschiedenen Prozesse innerhalb der Einrichtung noch besser zu verstehen.

Am Donnerstagvormittag hatten wir die Gelegenheit, die Schule in unserer Einrichtung zu besuchen und den Unterricht aus nächster Nähe zu beobachten. Marcel wurde einer sogenannten S‑Klasse zugeteilt, während Claudio eine I-Klasse, also eine integrative Klasse, besuchte. Dadurch konnten wir unterschiedliche pädagogische Konzepte und Unterrichtsformen kennenlernen und miteinander vergleichen.

Ein besonderes Highlight der Woche war der Besuch bei unserem Bildungspartner am Freitag. Wir waren zu Gast an einer Schule für sozialpädagogische Berufe in Gallenkirchen. Dort durften wir zwei Klassen besuchen: eine fünfte Klasse sowie eine sogenannte Fachklasse, also eine altersgemischte Lerngruppe. Während unseres Aufenthalts erhielten wir viele interessante Einblicke in die verschiedenen Ausbildungsgänge im sozialpädagogischen Bereich in Österreich. Außerdem konnten wir einen kleinen Einblick in konkrete Unterrichtsinhalte gewinnen. Unter anderem wurde das Thema Gerontologie behandelt, also die Lehre vom Altern und von älteren Menschen. Dieser Besuch war für uns besonders spannend, da wir kleine theoretische Inhalte mitnehmen konnten.

Auch am Wochenende nutzten wir die Gelegenheit, unsere Umgebung besser kennenzulernen. Am Samstagabend besuchten wir in Linz ein Partyschiff namens „Fräulein Florentine“, auf dem eine Veranstaltung mit DJ stattfand. Die Musik war eine Mischung aus Reggae und anderen Musikrichtungen, was für eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre sorgte. Am Sonntag erkundeten wir die Stadt Linz weiter zu Fuß und entdeckten dabei verschiedene Sehenswürdigkeiten. Besonders beeindruckend war der Besuch des Linzer Doms, der uns durch seine Größe und Architektur sehr beeindruckte.

Insgesamt konnten wir an diesem Wochenende viele neue kulturelle Eindrücke sammeln und die österreichische Kultur noch besser kennenlernen. Zusammenfassend war auch die dritte Praktikumswoche sehr abwechslungsreich und lehrreich. Durch den Wechsel in eine andere Gruppe, die Einblicke in den Schulalltag sowie den Besuch bei unserem Bildungspartner konnten wir unser Verständnis für die sozialpädagogische Arbeit und die dazugehörige Ausbildung deutlich vertiefen. Auch in unserer Freizeit konnten wir durch die Erkundung von Linz viele neue Eindrücke gewinnen, die unseren Aufenthalt zusätzlich bereichert haben.

Highlights der 4. Woche

In unserer vierten Woche unseres Aufenthalts in Linz hatten wir zu Beginn der Woche die Möglichkeit, etwas früher von der Arbeit zu gehen um gemeinsam mit unserer Leitung ein weiteres Diakoniewerk in Gallneukirchen am Linzerberg zu besuchen. Dort konnten wir einen Einblick in eine Einrichtung bekommen, die unter anderem einen kleinen Bauernhof für die dort lebenden Menschen beinhaltet.


Außerdem gibt es auf dem Gelände verschiedene Werkstätten und einen kleinen Laden. Viele Personen, die zuvor Einrichtungen wie zum Beispiel den Hort oder andere Bereiche des Diakoniewerks besucht haben, haben dort die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen. Die Werkstätten sind auf unterschiedliche handwerkliche Bereiche spezialisiert, beispielsweise Holzverarbeitung oder Metallarbeiten.


Besonders interessant fanden wir, dass einige der Menschen dort auch wohnen können. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Wohnmöglichkeiten. Für ihre Arbeit in den Werkstätten erhalten sie außerdem eine Bezahlung. Diese fällt zwar geringer aus als in vielen anderen Arbeitsbereichen, dennoch bekommen sie für ihre Tätigkeit ein eigenes Einkommen. Dadurch wird ihnen ein Stück Selbstständigkeit und Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht.


In unserer Freizeit waren wir am Wochenende wieder in Linz unterwegs. Unter anderem sind wir auf den sogenannten Pöstlingberg gewandert. Von dort oben hatten wir eine sehr schöne Aussicht über die gesamte Stadt Linz. Der Ausblick über die Stadt und die Umgebung war beeindruckend und hat uns sehr gut gefallen.


Im Arbeitsalltag gab es in dieser Woche keine besonders außergewöhnlichen Ereignisse. Dennoch merken wir zunehmend, dass wir im Umgang mit den Kindern und in den Abläufen der Gruppen immer sicherer werden. Mittlerweile haben wir viele Kinder besser kennengelernt und entwickeln langsam einen guten Rhythmus in unserer Arbeit.


Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung auch in den letzten zwei Wochen unseres Aufenthalts weiter fortsetzen wird. Insgesamt fühlen wir uns inzwischen deutlich vertrauter mit der Einrichtung und dem Arbeitsalltag.

Highlights der 5. Woche

In unserer fünften Woche hier in Österreich konnten wir erneut viele neue Eindrücke sammeln und unseren Alltag vor Ort weiter erleben. Aufgrund der Ferien fand der Hort diese Woche vormittags statt, da die Schule geschlossen war. Dadurch ergab sich für uns ein etwas anderer Tagesrhythmus als in den Wochen zuvor. Die Arbeit am Vormittag brachte eine neue Dynamik in den Alltag, gleichzeitig wirkte alles insgesamt etwas entspannter. Besonders angenehm war, dass wir das gesamte Schulgebäude gemeinsam mit den Kindern nutzen konnten. Da das Wetter unter der Woche leider häufig schlecht war, bot uns das Gebäude viele Möglichkeiten, unterschiedliche Aktivitäten drinnen zu gestalten und trotzdem genügend Bewegung und Abwechslung in den Tag zu bringen. Diese Situation ermöglichte uns auch, die Kinder in einem etwas anderen Rahmen zu begleiten und neue Erfahrungen im pädagogischen Alltag zu sammeln.

Neben unserer Arbeit im Hort nutzten wir weiterhin unsere Freizeit, um die Stadt Linz besser kennenzulernen. Unter anderem besuchten wir regelmäßig unser Fitnessstudio, um auch während unseres Aufenthalts sportlich aktiv zu bleiben.

Über das Osterwochenende zeigte sich das Wetter dann von seiner besten Seite. Bei angenehmen Temperaturen machten wir einen längeren Spaziergang entlang der Donau und genossen die frühlingshafte Atmosphäre in der Stadt. Dabei verbrachten wir auch etwas Zeit an einer Beach-Bar direkt am Wasser, wo wir das schöne Wetter genießen konnten. Am Abend waren wir außerdem wieder in der Innenstadt unterwegs, schauten uns einige Bars an und ließen den Tag in entspannter Atmosphäre bei dem ein oder anderen Cocktail ausklingen.

Insgesamt war auch diese Woche wieder eine abwechslungsreiche und schöne Erfahrung, in der wir sowohl im beruflichen Alltag neue Eindrücke sammeln konnten als auch die Freizeitmöglichkeiten in Linz weiter erkundet haben.

Highlights der 6. Woche

In unserer sechsten und gleichzeitig letzten Woche in Österreich verlief der Arbeitsalltag insgesamt ruhiger als in den vorherigen Wochen. Wir waren weiterhin in unseren bekannten Gruppen eingesetzt und konnten uns dort noch einmal intensiv mit den Kindern und dem Team austauschen. Teilweise haben wir auch noch einmal zwischen den Gruppen gewechselt, sodass wir zum Abschluss noch einmal verschiedene Einblicke bekommen konnten.

Während der Woche haben wir uns bewusst Zeit genommen, noch einmal alle Klassen und Gruppen zu besuchen, in denen wir zuvor gearbeitet hatten. Dadurch konnten wir uns von vielen Kindern persönlich verabschieden und noch einmal gemeinsam Zeit verbringen. Gerade in den letzten Tagen gab es bereits erste Abschiede, da einige Kinder nicht mehr im Hort anwesend waren oder wir uns zeitlich nicht mehr sehen konnten.

Auch im Kollegium standen langsam die Verabschiedungen an. Mit vielen Mitarbeitenden, mit denen wir in den vergangenen Wochen zusammengearbeitet haben, konnten wir noch einmal Gespräche führen und uns für die gemeinsame Zeit bedanken. Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass einige Kinder und Kolleginnen und Kollegen uns kleine Abschiedsgeschenke überreicht haben. Auch wir haben eine kleine Aufmerksamkeit für unsere Gruppen, den Hort sowie für unsere Leitung vorbereitet. Ein wichtiger Bestandteil der letzten Woche war zudem unser Abschlussgespräch mit der Leitung. In diesem Gespräch konnten wir noch einmal reflektieren, wie uns die Zeit im Diakoniewerk gefallen hat, welche Erfahrungen wir gesammelt haben und welche Eindrücke wir aus der pädagogischen Arbeit in Österreich mitnehmen konnten.

Als Fazit können wir sagen, dass wir eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit in Österreich verbracht haben. Die sechs Wochen haben uns viele neue Erfahrungen ermöglicht – sowohl in der praktischen Arbeit mit den Kindern als auch durch die Einblicke in verschiedene Einrichtungen, Schulen und Angebote des Diakoniewerks. Diese Erfahrungen werden uns auch für unsere weitere pädagogische Arbeit sehr wertvoll sein.

An unserem letzten Tag, dem Samstag, haben wir begonnen unsere Unterkunft aufzuräumen und unsere Sachen zu packen. Dabei haben wir uns auch langsam mental von Linz und unserer Zeit in Österreich verabschiedet. Am Nachmittag sind wir noch einmal zu unserer mittlerweile lieb gewonnenen Strandbar an der Donau gegangen, die wir erst eine Woche zuvor kennengelernt hatten. Dort konnten wir bei schönem Wetter und einem Getränk noch einmal gemeinsam auf die vergangenen Wochen zurückblicken und die Zeit Revue passieren lassen.

Am Sonntagmorgen sind wir schließlich entspannt zurück nach Deutschland gefahren und haben damit unseren Erasmus-Aufenthalt in Österreich abgeschlossen.

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